Die Jurte mit Leben füllen

Jurte, Sommer bis Herbst 2004

 

Freitag, den 30.07.2004:

 

Die Jurte wird hinter dem Schulhaus abgebaut, wo sie die letzten Wochen gestanden hatte.

Da nun die langen Sommerferien beginnen, soll sie an einem Ort sein, wo sie mit Leben gefüllt wird.

Eine Familie aus der Elternschaft der damals noch 3.Klasse bietet an, sie über den Sommer zu „hüten“ und auch Aktionen mit Kindern darin zu veranstalten.

Direkt nach dem Abbau wird die Jurte also auf einer Wiese bei einem Reiterhof in Schopfheim-Fahrnau wieder aufgebaut.

Es dauert wieder über vier Stunden bei glühender Hitze und wieder treten neue, unvorhergesehene Fehler und Probleme beim Aufbau auf. Z.B. kippt plötzlich die Türe so stark nach außen, dass sie nicht mehr zu öffnen ist und mit viel Kraftanstrengung und dem Abstützen mit Stangen wieder in eine akzeptable Stellung gebracht werden muss. Irgendwo beim Umspannen der Khanas ist vermutlich was schief gelaufen.

Die Stützen für den Dachkranz werden leider nicht eingesetzt.

Es sind nicht alle kompetenten Aufbauleute dabei, es ist heiß und alle wollen fertig werden.

Naja, hat ja bis jetzt auch so gehalten, denkt sich vermutlich jeder.

 

Eben doch nicht! Die Hiobsbotschaft trifft mich direkt nach meiner Rückkehr aus Island:

 

Am Donnerstag, den 12.August zerbirst der Dachkranz und das Dach bricht nach innen zusammen. Nach heftigen Wolkenbrüchen und Unwettern hält der Dachkranz dem unglaublichen Gewicht von den nassen Dachplanen nicht mehr stand. An den Bohrlöchern für die Dachstangen platzt der Kranz förmlich auseinander. Zum Glück waren in diesem Moment keine Menschen in der Jurte!

 

Ein äußerst trauriger Anblick, der einem die Tränen in die Augen treiben will.

Aber das Glück im Unglück: außer dem Dachkranz ist alles noch ganz!

 

Nun gilt es abwarten, bis die Sonne mal so lange scheint, dass die Filze einigermaßen abtrocknen können.

Eilig wird eine „Notsitzung“ des Baukreises einberufen und einen Abend lang über eine bessere und stabilere Konstruktion eines Dachkranzes diskutiert.

 

Erfolg: in mühsamer Puzzlearbeit werden die verbliebenen Reststücke zusammengeleimt und der alte Kranz repariert und verstärkt. So perfekt, dass man ihm kaum noch was ansieht.

Bald kann die Jurte abgebaut und an ihrem Entstehungsort, im alten Schlachthof in Schopfheim, zum Austrocknen gelagert werden.

Alle sind erstmal erleichtert. Denn der nächst Jurten-Event steht bevor:

 

Am Michaelitag soll sie im Stadtpark Schopfheim zur großen Waldorf-Aktionswoche aufgebaut werden.

 

29.September 2004: (Michaeli)

 

Mit vielen tatkräftigen Helfern wird die Jurte im Anna-Kym-Garten in Schopfheim (Stadtpark) aufgebaut. (Diesmal mit Dachstützen!) Als sie am Abend wieder so würdevoll dasteht, sind alle froh, dass sie wieder „lebt“ und belebt wird.

Mit etwas Verspätung wird gegen 18.30 Uhr der Film zum Jurtenprojekt gezeigt.

Ein paar neue Gesichter sind dabei und lassen sich von der fröhlichen Arbeitsstimmung, die darin zum Ausdruck kommt, beeindrucken.

 

Als fast nur noch die „Nachtwächter“ da sind, die für die nächsten drei Nächte in der Jurte ihr Lager aufschlagen werden, hat nun auch der „Bullerofen“ Premiere. Ganz auf die Schnelle wurde in den Dachkranz die nötige Vorrichtung für das Einsetzten eines Ofenrohrs eingebaut, so dass am Abend in kürzester Zeit eine wohlige Wärme sich im Jurteninneren ausbreitet.

Holz wurde in Mengen angeliefert, so dass man jedem Wetter trotzen kann.

 

Die Sonne meint es aber gut mit uns Jurtenleuten und strahlt die nächsten drei Tage vom herbstblauen Himmel.

 

So entsteht ein lebendiges Treiben um das Nomadenhaus während der kommenden Tage:

Es wird Korn gedroschen und gemahlen, Wolle kardiert und versponnen, Gemüsesuppe über dem Feuer gekocht und Apfelsaft gepresst. Die jetzigen Viertklässer zeigen, was sie während des Jurtenbaus gelernt haben. Die Arbeitsabläufe klappen tadellos und alle sind mit Feuereifer bei der Sache. Nur leider fehlen die, für welche man dies alles mitten in der Stadt zeigen will: die Leute!

Trotzdem wird es ein schöner Tag für alle.

Des weiteren benutzt ein Kinderzirkus die Jurte als Kulisse, sie sorgt für eine schöne Atmosphäre im Park und während am letzten Abend draußen getanzt und gefeiert wird, kann man in der Jurte ums Feuer Ruhe finden und wie in eine andere Welt eintauchen.

Wer da hinein gefunden hat wird angerührt und beeindruckt. Das „Jurtenfieber“ ist aller Erfahrung nach ziemlich ansteckend!

 

Am Samstag, den 2.Oktober, muss schon wieder abgebaut werden.

Innerhalb von zwei Stunden hat der Stadtpark wieder sein altes Gesicht und die Jurte liegt wohl verstaut wieder an ihrem Lagerplatz.

 

Nun steht der Martini-Bazar der Schule vor der Türe!

Vor einem Jahr warben wir mit unserem kleinen „Jurtenmodell“ für unser Projekt. Jetzt sollte sie doch „Lebensgroß“ dastehen und erlebbar werden.

Aber wer hat nach der Aktion im Stadtpark jetzt schon wieder die nötige Kraft und Energie, die Jurte dann auch mit Leben zu füllen?

Was tun, wenn es in Strömen regnet und dann nur mühsam abgebaut werden kann, der ganze Aufwand mit Filze trocknen, Jurte eventuell tagelang heizen…..??????

 

 

Wir haben eine Idee für einen nicht ganz stilechten Kompromiss:

 

Die Jurte soll im Klassenzimmer aufgebaut werden!

 

Wir haben die Jurte am Freitag, den 12.November aufgebaut und das Klassenzimmer so verwandelt, dass sich die Jurte darin wohl fühlen kann.

Wer es sehen will, kann einfach zum Martini-Bazar der Waldorfschule in Schopfheim kommen, und zwar am Sonntag, den 14.November 2004 ab 11 Uhr, Schlierbachstr.23 in Schopfheim.

 

Wir hoffen, sie baldmöglichst zu einer passenden Gelegenheit wieder stilechter im Freien aufstellen zu können.

 

Wer übrigens die Jurte mieten möchte, kann sich an folgende Menschen für nähere Informationen wenden:

 

Frau Barbara Peither 07622-6848166  oder /und Magdalene Dycke 07627-922148

 

 

Falls Sie Interesse haben unsere Jurte mit Leben zu füllen, gibt es verschiedene Möglichkeiten:

- entweder Sie nehmen an einer unserer Veranstaltungen in der Jurte teil (siehe Termine)

- oder Sie möchten gerne selber eine Veranstaltung in der Jurte machen, dann melden Sie sich bitte bei 
  Frau Dycke Tel. 07627/ 922 148 oder bei Frau Peither Tel. 07622/ 68 48 166.

- oder Sie möchten die Jurte für eine private Feier oder ein Betriebsfest mieten, auch dann melden Sie sich 
  bitte bei Frau Dycke Tel. 07627/ 922 148 (madyc@gmx.de) oder bei Frau Peither Tel. 07622/ 68 48 166
(bpeither@gmp-verlag.de).

Da die Jurte allen Klassen der Waldorfschule für  Basare, Ausstellungen, Klassenfahrten und Feiern zur Verfügung steht, unterstützen Sie mit Ihrer Spende die ganze Schulgemeinschaft.

 

 

 BLZ 683 515 57 

Konto 30 38 825

Stadtsparkasse Schopfheim;

Verwendungszweck: Jurte

Spendenquittung geht Ihnen zu