Warum eine mongolische Jurte?

Da die Drittklässler seit der ersten Klasse die Patenschaft für die beiden Bergschafe im Schulgarten pflegen und somit ein inniges Verhältnis zu Schafen und Wolle entstanden ist, entstand schon vor längerer Zeit die Idee, daran in der 3.Klasse im Rahmen des "Hausbau-Themas" anzuknüpfen.

Die "Jurte" als Haus der Mongolen erschien dafür eine geeignete Möglichkeit, bietet sie doch in den verschiedensten Arbeitsgängen vielfältige Erfahrungsmöglichkeiten für die Kinder.

Das kreisrunde, hausähnliche „Zelt“ besteht aus einem Holzgerüst aus ursprünglich Weidenstangen, welches von großen Wollfilz-Matten bedeckt wird.

Die Jurte (türkisch: "Behausung"), kann relativ schnell in einzelne Elemente zerlegt werden und so überall hin mitgenommen werden. Die Mongolen lebten überwie­gend von der Schafzucht und führten in diesem Zusammenhang ein Nomadenleben (Wohnort orientiert sich am Weideland - im übertragenen Sinne eine recht moderne Situation!)

Der Jurtenbau bedeutet dort eine ritualähnliche Gemeinschaftsaktion von Familien und Sippen.

Das soziale Gemeinschaftserlebnis steht dabei stark im Vordergrund. Die Tätigkeiten dabei sind vielfältig- vom Besorgen des Holzes aus dem Wald über Holzbearbeitung, „Gerüstbau“, Schnurherstellung und Lederverarbeitung bis zur Wollverarbeitung (Filzen der Hausbedeckung).

Bei diesen Tätigkeiten sind vielerlei Sinneserfahrungen für die Kinder möglich und es braucht viele Hände, die gemeinsam ein Ganzes schaffen (soziale Gemein­schaftsbildung!).

Dazu vermittelt die Jurte im Innern ein äußerst starkes Hüllen- und Innenraumerlebnis, was den Kindern bei ihrem neuen Entwicklungsschritt Hilfestellung sein kann.

Diese und viele weiteren Aspekte bewogen mich als Klassenlehrerin, den Eltern der 3.Klasse die Jurte als Hausbau-Projekt ans Herz zu legen.

Nachdem verschiedene Informationen zu Jurten im allgemeinen und Jurtenbau im spezifischen gesammelt worden waren, wurden verschiedene Aspekte (z.B. Beteiligungsmöglichkeiten der Kinder beim Jurtenbau, Arbeitsaufwand, notwendige Finanzmittel, usw.) auf den Elternabenden der 2. Klasse diskutiert.

Auf einem Elternabend am Ende der 2. Klasse wurde dann durch eine Abstimmung unter den Eltern entschieden, dass eine Jurte als Hausbauprojekt realisiert werden soll. Damit begann das Projekt "Die 3.Klasse baut eine mongolische Jurte".